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Bei der Endoskopie wird der Magen-Darm-Trakt von innen mit einem Endoskop (einem dünnen, steuerbaren Schlauch mit miniaturisierter Kamera an der Gerätespitze) genau betrachtet. Während der Endoskopie, bei der Sie über die gesamte Untersuchungszeit durch die Gabe einer „Beruhigungsspritze“ entspannt und schläfrig sind, können Gewebeproben (Biopsien) entnommen und sogar Tumorvorstufen entfernt werden.

Die meisten Untersuchungen können ambulant erfolgen, für kompliziertere Eingriffe empfehlen wir die Aufnahme auf eine unserer Stationen.

Vor einer endoskopischen Untersuchung oder Therapie ist eine Aufklärung über mögliche Vorteile, Risiken und Komplikationen unerlässlich. Ein Aufklärungsgespräch muss, falls die Untersuchung dem Patienten nicht gut bekannt ist, mindestens 24 Stunden vor dem Eingriff stattfinden. Selbstverständlich sind Notfälle hiervon ausgenommen.

In aller Regel sollte die Blutgerinnung zur Endoskopie möglichst unbeeinträchtigt sein. Daher benötigen wir vor der Untersuchung aktuelle Werte zur Blutgerinnung (Quick/INR, PTT, Thrombozyten). Bei Einnahme von Medikamenten wie Marcumar, ASS/Aspirin, Clopidogrel oder Heparinen besprechen Sie bitte im Vorfeld mit Ihrem Arzt, ob und wie diese Medikamente pausiert werden können oder müssen.

Zur Untersuchung müssen Sie nüchtern sein. Relevante Medikamente können am Morgen mit einem Schluck Wasser eingenommen werden, im Zweifelsfall wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt. Einzelheiten zu Ernährung und Abführmaßnahmen bei der Koloskopie entnehmen Sie bitte diesem Faltblatt:

Faltblatt Vorbereitungen vor einer Darmspiegelung

Nach der Untersuchung werden Sie in unserem Aufwachraum überwacht, bis die Wirkung der Sedierung nachgelassen hat. Nach einer Sedierung (Untersuchung in „Kurznarkose“) dürfen Sie nicht selbstständig am Straßenverkehr teilnehmen, bitte organisieren Sie eine Begleitperson für Ihre Heimfahrt.

In der Interdisziplinäre Endoskopie des Universitätsklinikum Tübingen werden Sie von erfahrenen Ärzten und Assistenzpersonal untersucht, die neben endoskopischen Standardverfahren eine große Reihe von Spezialverfahren und innovativen Untersuchungsmethoden mit modernster medizinischer Ausrüstung vornehmen können.

Pro Jahr werden ca. 9000 Endoskopien durchgeführt. Die Interdisziplinäre Endoskopie ist im Rahmen des Darm- und Pankreaszentrums (CCC) zertifiziert.

Leistungsspektrum der Interdisziplinäre Endoskopie

Diagnostische Verfahren (HD-TV, i-scan)

  • Ösophago-Gastro-Duodenoskopie (ÖGD, Magenspiegelung)
  • Transnasale ÖGD (Magenspiegelung durch die Nase, keine Sedierung erforderlich)
  • Push-Enteroskopie (Spiegelung des oberen Dünndarms)
  • Endosonographie (Ultraschall von innen; radiär, longitudinal)
  • Chromoendoskopie (Anfärben der Schleimhaut während der Untersuchung)
  • Magnifikations-/Zoomendoskopie (Magenspiegelung mit einem Vergrößerungsendoskop zur genauen Gewebeanalyse)
  • Endomikroskopie
  • Durchleuchtung während der Endoskopie (Röntgenuntersuchung)

Interventionelle Endoskopie, therapeutische Verfahren

  • Blutstillung durch Unterspritzung, Clips, Fibrinkleber, Argon-Plasma-Koagulation
  • Polypektomie,Mukosaresektion (Entfernung von auffälligen Schleimhautarealen und kleinen Tumoren)
  • Endoskopische Submucosa-Dissektion (Entfernung von größeren Tumoren)
  • Dilatation und Bougierungvon Stenosen(Aufdehnung von Verengungen)
  • Stentimplantation (Einlage eines Röhrchens über Engstellen)
  • Ligatur und Histoacryl-Injektion bei Ösophagus- und Fundusvarizen (zur Vorbeugung und Therapie von Blutungen aus Krampfadern der Speiseröhre durch Abbinden und Veröden)
  • Verschluss von Perforationen und Anastomoseninsuffizienzen
  • EndoVac-Therapie
  • Anlage von Ernährungssonden (PEG, PEJ)
  • Entfernung von Fremdkörpern
  • Zenker-Divertikulotomie
  • Endosonographische Punktion und Drainage

Funktionsdiagnostik

  • Manometrie (Messung des Druckes und der Beweglichkeit der Speiseröhre)
  • pH-Metrie (Messung des Magensäurerückflusses)

Diagnostische Verfahren

  • Einzel- und Doppelballon-Enteroskopie
  • Kapselendoskopie

Therapeutische Verfahren

  • Polypenentfernung
  • Blutstillung
  • Stenosendilatation

Diagnostische Verfahren(HD-TV, i-scan)

  • Ileokoloskopie, Sigmoidoskopie (Darmspiegelung, z.B. zur Vorsorge)
  • Chromoendoskopie (Darmspiegelung mit Anfärbung der Schleimhaut)
  • Magnifikationsendoskopie (Darmspiegelung mit einem Vergrößerungsendoskop)
  • Endomikroskopie
  • Endosonographie (Ultraschall von innen)

Therapeutische Verfahren

  • Blutstillung durch Unterspritzung, Clips, Fibrinkleber, Argon-Plasma-Koagulation
  • Polypektomie, Mukosaresektion (Entfernung von auffälligen Schleimhautarealen und kleinen Tumoren)
  • Endoskopische Submucosa-Dissektion (Entfernung von größeren Tumoren)
  • Dilatation und Bougierungvon Stenosen (Aufdehnung von Verengungen)
  • Stentimplantation (Einlage eines Röhrchens über Engstellen)
  • Verschluss von Perforationen und Anastomoseninsuffizienzen
  • EndoVac-Therapie
  • Entfernung von Fremdkörpern
  • Endosonographische Punktion und Drainage

Diagnostisch

  • Endoskopische retrograde Cholangio-Pankreatikographie (ERCP) (Darstellung der Gallengänge und des Pankreas mit Röntgenkontrastmittel)
  • Cholangioskopie (Gallengangsspiegelung): modulare, direkte und perkutane Cholangioskopie
  • Endosonographie (Ultraschall von innen), Intraduktaler Ultraschall

Interventionell

  • Entfernung von Gallensteinen und Steinen des Pankreasgangs
  • Laserlithotripsie
  • Gewebeentnahme
  • Dilatation und Bougierung von Stenosen (Aufdehnung von Verengungen)
  • Stenteinlage (Einlage eines Metall- oder Plastikröhrchens über Verengungen)
  • Photodynamische Therapie (Behandlung von Gallengangstumoren mit Licht)
  • Perkutane transhepatische Cholangio-Drainage (PTCD) (Darstellung der Gallengänge durch Punktion von außen) mit Dilatation, Stenteinlage, Cholangioskopie
  • Endoskopische Drainage von Pankreaspseudozysten (Ableitung der Flüssigkeit bei Zysten)
  • ERCP mit Spezialgeräten bei Kindern
  • Spiegelungen und Therapien an den Atemwegen (diagnostische und interventionelle Bronchoskopien) werden in der Interdisziplinären Endoskopie durchgeführt.
    Weitere Informationen

Unsere Ärzte wirken auf nationaler und internationaler Ebene an Leitlinien in der Endoskopie mit:

Martin Götz, Mario Anders, Erwin Biecker, Christian Bojarski, Georg Braun, Thorsten Brechmann, Alexander Dechêne, Matthias Dollinger, Meinrad Gawaz, Ralf Kiesslich, Dieter Schilling, Frank Tacke, Alexander Zipprich, Jonel Trebicka.
S2k-Leitlinie Gastrointestinale Blutung
Z Gastroenterol 2017; 55: 883–936

Alexander Meining, Werner Schmidbaur, Brigitte Schumacher, Thomas Toermer, Martin Keuchel, Peter Baltes, Ulrike Denzer,Martin Götz, Ralf Jakobs, Jochen Klaus, Gero Moog, Ulrich Rosien, Stefan von Delius, Till Wehrmann, Markus M. Lerch, Frank Lammert.
Neufassung der Terminologie in der gastroenterologischen Endoskopie – Ergebnis eines Konsensusprojekts der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen
Z Gastroenterol 2017;

Martin Götz, Georg Braun, Ralf Jakobs, Helmut Messmann, Eduard F. Stange, Markus M. Lerch für die Mitglieder der der DGVS Kommission
Positionspapier der DGVS zur endoskopischen Dekompression bei akutem Ileus
Z Gastroenterol 2017, im Druck

Annese V, Daperno M, Rutter MD, Amiot A, Bossuyt P, East J, Ferrante M, Götz M, Katsanos KH, Kießlich R, Jimenez IO, Repici A, Rosa B, Sebastian S, Kucharzik T, Eliakim R on behalf of ECCO.
European evidence based consensus for endoscopy in inflammatory bowel disease.
J Crohns Colitis, 2013, 7(12):982-1018

Leiter der Interdisziplinären Endoskopie

Prof. Dr. med Martin Götz
Leiter des Schwerpunkts CED und der Interdisziplinären Endoskopie

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Oberärzte

Dr. med. Christoph R. Werner
Oberarzt | Lehrbeauftragter der Inneren Medizin I

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